Ich esse dich, dich esse ich nicht // I eat you, I eat you not (1/2)

Greens, Avocado, Feta, Egg and Seeds

(For my english speaking readers: please skip to the bottom of this post)

Es ist die Woche nach Blog Launch und das Kribbeln lässt einfach nicht nach. Nachdem ich Monate hin und her überlegt habe zwischen unzähligen zwei Blogplattformen abgewägt und diese getestet habe, bin ich überrascht wie einfach und schnell es auf einmal ging, als ich mich nur endlich mal für eine davon entschieden habe. Jetzt bin ich wirklich “da draußen”. Und zwar mit einem Thema, dass eigentlich sehr privat oder sagen wir intim ist, auf der anderen Seite aber so viele Menschen betrifft und dafür leider noch immer nur wenig Aufmerksamkeit bekommt. Zeit das zu ändern.

Drei Jahre zurück auf dem Zeitstrahl. Der erste Lebensmitteleinkauf, nach der Diagnose und einer nur mäßig erfolgreichen Internetrecherche zum Thema Fruktoseintoleranz, war schlichtweg der Horror. Ich stand vor den Regalen, und stand, und stand. Kein gezielter Griff ins Regal, kein zügiges in den Korb werfen schon häufig gekaufter Lebensmittel. Den alltäglichen, in vielen Jahren gelernten Einkauf gab es von diesem Zeitpunkt an nicht mehr. Ich stand einfach. Erst vor dem Regal mit den Milchprodukten. Produkt raus, Inhaltsstoffe studieren, Produkt wieder ins Regal. Das nächste Produkt in der Hand, “Mhm, da ist auch Zucker drin”. Und wieder ins Regal damit. Mal einen, mal zwei Schritte weiter. Mal war Sorbit drin, mal irgendein E, und fast immer Zucker. Gefühlte Stunden später hatte ich so ziemlich jedes einzelne Etikett in diesem Supermarkt gelesen. Als ich mich schließlich an der Kasse anstellte, hatten nicht viel Dinge ihren Weg in meinen Korb gefunden. Ich erinnere mich nicht mehr wirklich daran was es war. Aber wahrscheinlich waren es Dinge wie Joghurt, Blattsalat, Feta und Gurke.

Um ehrlich zu sein, es dauert sehr, sehr lange bis dieses Gefühl der Frustration und Machtlosigkeit nachlässt. Frustration, weil man im Supermarkt steht und nicht weiß was man einkaufen soll, weil man Zuhause steht und nicht weiß was man kochen soll und weil man im Restaurant sitzt und nicht weiß was man bestellen soll. Machtlosigkeit, weil man einfach nichts dagegen tun kann, als es zu akzeptieren. Und das fällt schwer, sehr schwer. Wenn ihr also gerade erst eure Diagnose zur Fruktoseintoleranz erhalten habt, wisst ihr wahrscheinlich nur zu gut wovon ich spreche. Und ich muss euch leider sagen, dass ihr noch eine ganze Weile mit diesem Gefühl zu kämpfen haben werdet. Bei mir hat es über ein Jahr gedauert bis ich mich und meine Essgewohnheiten neu eingependelt habe.

Um euch den Einstieg zu erleichtern was ihr eventuell vertragt oder nicht, hier ein kleiner Überblick an Zutaten, die ich fast immer Zuhause habe bzw. regelmäßig esse. Ich sage bewusst eventuell, da es gut sein kann, dass ihr einiges davon unmittelbar nach der Ernährungsumstellung noch nicht vertragt, manches davon vielleicht in geringeren, manches sogar in größeren Mengen als ich. Wo wir wieder beim bekannten Problem mit der Unkonkretheit in Bezug auf Fruktoseintoleranz sind. Buh. Nächste Woche stell ich euch dann mal meine absolute no-go Liste zusammen.

In meinem Kühlschrank stapeln sich:

  • Reihenweise Milchprodukte: Diverse Sorten an Käse, zumindest aber immer ein großes Stück Feta und Ziegenfrischkäse, Joghurt und Milch, Sahne und Parmesan
  • Salat, viel dunkel grünen Salat wie Feldsalat, Ruccola, Babyspinat.
  • Natürlich Spinat in rauen Mengen, egal ob gefroren oder frisch, Gurke, in kleinen Mengen auch Gemüse wie Champignons, Rote Beete, Knollensellerie und Petersilienwurzel, Fenchel, Zucchini, Kürbis. Die meisten Gemüsesorten sind gute Vitamin-C-Quellen.
  • Zu guter Letzt natürlich auch Eier, diverses Frischfleisch und Fisch, hauptsächlich Rindergehacktes oder Lachs. Wobei ich dazu sagen muss, dass ich Zuhause nur selten Fleisch oder Fisch koche. Wir gehen oft zum Mittag- oder Abendessen raus, da Essengehen in Berlin verhältnismäßig günstig ist. Oft bestelle ich dann ein Gericht mit Fleisch, da diese meist am besten verträglich sind. Daher versuche ich zumindest Zuhause meinen Fleischkonsum runterzuschrauben.

Auf meinem Küchentresen findet ihr:

  • Frische Kräuter und noch mehr frische Kräuter die Basilikum, Petersilie (die großblättrige aus den türkischen Supermarkt), Thymian, Salbei, frische Chilis. Und natürlich Knoblauch. Auch wenn ich Knoblauch nicht gerade super gut vertrage, werde und will ich dieses Königsgewürz nicht von meinem Speiseplan verdammen. Ich liebe Knoblauch!
  • Andere Gewürze: Kukurma, Sumac, Kardamom, Zimt, Kümmel, Kreuzkümmel, Nelke
  • Selbstgezogene Kresse oder andere Samen wie Radieschen. Ich ziehe die Samen eigentlich immer selbst, da ich es nicht einsehe 2€ für eine Schale Sprossen auszugeben, wenn man eine gesamte Packung Samen für 2,50€ bekommt mit der man einen Vorrat für einen ganzen Jahr hat.
  • Zitronen, Avocados und Bananen. Im Sommer vor allem kleine Portionen an Erdbeeren, Blaubeeren, frische Cranberries oder Aprikosen, in kleinen Mengen auch Rhabarber.

In meinem Vorratsschrank haben es sich folgende Dinge gemütlich gemacht:

  • Reis (Risotto Reis, Jasmine Reis, Milchreis), Pasta (Ich liebe Pasta!)*. Aber leider bekommen mir Reis und Kartoffeln wesentlich besser, Kartoffeln, Reisknäcke, Hirse, Buchweizen, Dinkel (in geringen Mengen)
  • Massen an Kräutertees
  • Kartoffelchips mit Meersalz ohne jeglichen Zusatzgewürze wie Zwiebelpulver
  • Kokosnussmilch
  • in geringen Mengen auch Mandeln, Sonnenblumenkerne, Pinienkerne, Walnüsse
  • Erdmandelflocken, Goldleinsamen und Flohsamen, was würde ich ohne tun
  • Und dann natürlich auch etwas für den süßen Hunger zwischendurch: Reissirup-Kokos-Aufstrich oder Reissirup-Erdmandel-Aufstrich von Werz. Super lecker! Oder mal ein Glas Ovomaltine. Aber Achtung, nur die Variante, die in der Schweiz verkauft wird ist fruktosearm.
  • Süßungsmittel z.B. zum Backen: Traubenzucker in Pulverform, Reissirup

Und was kommt bei euch auf den Teller? Habt ihr noch einen Geheimtipp für gut verträgliche Lebensmittel?

*Update: Mittlerweile habe ich herausgefunden, dass man als Fructoseintoleranz-Betroffene/r komplett auf Weizen und auch größere Mengen Roggen verzichten sollte. Mehr dazu hier. Ich habe Weizen komplett von meinem Ernährungsplan gestrichen und ernähre mich seit Juli 2013 quasi gluten-frei. Ausnahme stellt Dinkel dar.

Hier geht’s zu Teil 2 von “Ich esse dich, dich esse ich nicht”

Fruits

For the sweet tooth

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It’s one week post launch of Fructopia and the tingling hasn’t stopped yet. After turning the whole blog thing over and over in my mind and testing numerous two blogging platforms for months, I’m pretty surprised how fast everything happened the moment I finally settled for one service. Now I am out and about with a topic that on the one hand is quite intimate, on the other hand affects so many people and still lacks a lot of attention. Time to change that.

Three years back on the timeline. After the diagnosis and a first moderately successful online research I found myself standing in a supermarket. What can I tell you, it was a true nightmare. No more instinctive grabbing of products I was used to buying for many years, no more carefree rushing through the aisles. From this moment on I had to say goodbye to the daily, learned shopping routine I was used to. I literally spent more than an hour in the supermarket, moving along the aisles step by step, taking out one product after another, reading label over label, just to put the products back in place right afterwards. Most of the things available in a normal supermarket contain sugars, a dozen “E’s” or strange additives such as onion powder. Stuff my maltreated stomach doesn’t like too much. When I finally made my way to the cashier not that many products had actually found their way into the shopping basket. I don’t remember what it was, but I guess it was something like feta cheese, salad and a cucumber.

To be honest, it takes a long, long time for this frustration and feeling of powerlessness to vanish. Frustration simply because I no longer knew what to buy, what to cook and what to order when eating out. I was scared to buy, cook or order the wrong thing. Scared of stomach pains and bloating. Powerless because I couldn’t do a thing about it, besides accepting it. That has been difficult, really difficult. If you’ve recently received the same diagnosis, you probably know what I’m talking about. And I’m sorry to tell you, these feelings won’t go away too soon. You will have to deal with the frustration and powerlessness for a while. I think it took me at least a year to find balance in my new eating routine.

In order to help you figure out what your stomach might tolerate or not, I made a list of ingredients I usually have at home or eat fairly regularly. I deliberately say “might tolerate” because there are probably things on my list that your stomach won’t handle too well or won’t handle as well as my stomach does. This brings us back to the main problem when talking about fructose malabsorption: Every statement is very vague and based on personal experience. That said you will need to find out the amount of fructose your body can handle without problems. Sad song. Next week I will show you my list of absolute no-go ingredients.

What’s in my fridge now:

  • lots of dairy products: mainly all sorts of cheeses, but always a big chunk of feta cheese and some goat milk cream cheese, yogurt and milk, cream and parmesan
  • salad: green leafy salads such as lamb’s lettuce, baby spinach and rocket.
  • lots of fresh or frozen spinach, cucumber and in small amounts mushrooms, beet root, broccoli, zucchini, kale, fennel, pumpkin, celery root, depending on what’s in season at the time
  • and of course eggs, fresh fish and meat like ground beef or salmon, even though I have to say that I cook very little meat at home myself as we go out for lunch or dinner a lot and usually the only thing I can order contains meat because too many vegetables are risky. So I try to reduce the amount of meat when cooking at home.

What you can find on my counter:

  • lots o fresh herbs like basil, parsley, thyme, salve, chili and of course garlic. I love garlic! I will not ban garlic from my diet, ever. I simply cannot. I love it too much and I’m willing to bear a little stomach pain for its amazing taste
  • other spices: Turmeric, cardamom, cinnamon, clove, cumin, nigella seeds, sumac
  • homegrown pepper weed and other seeds. Mostly I grow them myself, because it’s so simple and I’m not willing to pay an enormous amount of money for something so simple and cheap
  • lemons, avocados and bananas, and in small amounts and only when they are in season: strawberries, rhubarb, apricots

In my cupboard:

  • rice, pasta*, potatoes, rice crisp bread, millet, buckwheat
  • lots of herbal tea . potato chips with sea salt only, no additives i.e. onion powder
  • coconut milk
  • golden flax seeds, psyllium and tiger nut flakes
  • in small amounts pumpkin seeds, pine nuts and walnuts
  • and of course some chocolate and spreads for the sweet tooth. We are lucky in Germany because there is this company called Werz (link) that produces different kinds of spreads for people who suffer from fructose malabsorption. I love the rice syrup coconut and the rice syrup and tiger nut spread. I also buy a chocolate drink called Ovomaltine. But be careful, only the product that is sold in switzerland is low in fructose.
  • Sweetener e.g. for bakin: rice syrup or glucose

So, tell me, what kind of food finds their way onto your plate? Do you have any secret ingredient low in fructose?

*Update: Just recently I found out that wheat and rye should be avoided too when suffering from fructose malabsorption. Read more about this topic here. Since July 2013 I try to pursue a gluten free diet.

Continue reading  “I eat you, I eat you not / part 2”

radish seeds

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3 thoughts on “Ich esse dich, dich esse ich nicht // I eat you, I eat you not (1/2)

  1. M says:

    Hallo Meine Liebe ich bin ein bisschen irritiert…. Ich habe gelesen das kokosnussmilch, rote beete, fenchel, und zucchini niche geeing ist für fruktoseintolerante…..jedoch finde ich sie in deine Auflistung. Lieg ich falsch mit meiner Behauptung?

    • fructopia says:

      Hallo meine Liebe,
      ich kann verstehen, dass Du verwirrt bist, so geht es mir seit drei Jahren auch. Da ich gerade im Urlaub bin, hab ich meine Listen nicht vor mir liegen, aber ich weiß, dass Rote Beete laut meinen Listen sogar in der Karenzphase erlaubt ist. Allerdings esse ich nicht die fertig gekochte und eingelegte Version aus dem Supermarkt (wer weiß was da sonst noch dran ist), sondern nur die frische vom Markt, selbst gekocht und zubereitet. Fenchel esse ich aufgrund der saisonalen Verfügbarkeit meist in Form von Fenchelsamen, die vertrage ich ganz gut, aber auch nur in geringen Mengen, aber das gilt sowieso für sämtliches Gemüse und Obst, genauso für Kokosnuss. Meines Wissens hat Kokosnuss einen sehr geringen Fruktosegehalt. Achte beim Kauf von Kokosnussmilch darauf, dass sie ungesüsst ist. Ich werd nach meinem Urlaub nochmal in meine Listen schauen, was die sagen, aber grundsätzlich sollte man immer eher auf seinen Bauch und Körper hören als blind solchen Listen zu folgen. Ich esse zum Beispiel viele Dinge nicht, die angeblich verträglich sind laut dieser Listen. Versuch die Auflistung als Orientierung zu nehmen, sie ist eine Auflistung von Dingen die ich vertrage, aber das muss nicht für jeden Fruktoseintoleranz Betroffenen gelten. Das macht das ganze ja so schwer. Letztendlich ist es ein länger Versuchsprozess sein eigenes Toleranzlevel herauszufinden. Ich hoffe, diese Antwort hilft dir schon mal etwas weiter. Mehr Details was meine Listen genau sagen, bzw, welche ich zur Orientierung nutze, in einer Woche!:) liebste. Deniz
      P.s Wann hast du von deiner Fruktoseintoleranz erfahren?

    • fructopia says:

      Hallo M,
      wieder aus dem Urlaub zurückgekehrt und von den Geschehnissen hier in Istanbul etwas überrumpelt, nun nochmal zurück zu deiner Frage. Ich lese eigentlich schon lange keine Fruktosegehaltlisten mehr, da diese eh immer nur grobe Orientierungshilfen sind bzw. als solche betrachtet werden sollten. Da es vor 3 Jahren, als ich meine Diagnose gestellt bekommen habe noch sehr wenig Informationen zu dem Thema gab hab ich mich an der Liste im vorgänger dieses Buches gehalten (http://www.amazon.de/Fructose-Intoleranz-Fruchtzucker-krank-macht-ebook/). Dort sind unter “1. Diätphase – KARENZPHASE – fruktosearm immer geeignet” auch Rote Beete un Zucchini aufgelistet, Fenchel aber in der Kategorie 2. Diätphase – beding geeignet. Kokosnussmilch finde ich gar nicht in der Liste, aber da war deren “Küche” wahrscheinlich noch nicht so weit ;) Halt mich doch gerne auf dem Laufenden was Du für Erfahrungen mit diesen Gemüsesorten gemacht hast. liebste. Deniz

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